Reise nach Indien via Error Fare Teil 1: Köln, Brüssel & Mumbai

Reisebericht Indien: Der erste Teil meiner Errorfare-Reise nach Mumbai!

 

Vergangenen Herbst habe ich eine Error Fare nach Mumbai finden können – 207€ Flugpreis, da kann man (trotz Aufenthalt von nur 3 Tagen) nicht nein sagen! Mein gewohnter Reisebuddy aus Washingtoner Zeiten (Andi-Mateur) war natürlich auch wieder am Start.

Flugroute nach Mumbai

Unsere Flugroute von Brüssel nach Mumbai

Am Mittwoch ging es los für uns – da unser Flug nach Mumbai am nächsten Tag in Belgien, genauer gesagt in Brüssel startete, mussten wir zuerst via ICE dorthin gelangen, was über das Eurospecial der Bahn günstig möglich war. Es ging schonmal gut los – erste SMS von Ändi am morgen lautete: Achsbruch an seinem ICE irgendwo nahe Würzburg und er steckt im Tunnel fest ohne Hoffnung auf Weiterfahrt – ein Traumstart! :). Nachdem seine Lok abgeschleppt wurde, konnten wir uns mit Verspätung, aber pünktlich, am Kölner Bahnhof treffen. Wie nutzt man standesgemäß 40 Minuten Umstiegszeit in Köln? Richtig, mit einem Touristen-Bild vorm Wahrzeichen der Domstadt (gesponsored von 2 unfähigen Fotografen zuvor die den Dom nicht auf das Bild bekamen) und natürlich zwei Presskölsch im Gaffel-Kölsch am Dom!

Kölner DomKölsch trinken im Gaffel, Köln

Am Abend kamen wir in Brüssel an, nachdem wir im Zug wieder wie gewohnt ein Abteil voller IT-Infrastruktur aufgebaut hatten – zumindest solange das deutsche Datennetz noch funktionierte und wir nach Herzenslust tethern konnten. Nach Kofferlagerung am Bahnhof heizten wir Vollgas in die Innenstadt zum bekannten Manneken Pis, dem Grote Markt und dem Rest der schönen, aber verregneten Altstadt, und ebenso fix nochmal raus zum Atomium mit seinen hellen Christbaumkugeln. Nach einer original belgischen Waffel, belgisch-fettigen Fritten und KRIEK-Bier (mit Kirschgeschmack) in einem schicken Cafe holten wir am Bahnhof unsere Koffer ab (nach dem geschickten Umschiffen des davor liegenden Penners) und machten uns mit falsch gezogenem Busticket per Zug zum Flughafen.

Flugroute nach Mumbai im IFE

Flugroute nach Mumbai im IFE

Dort wurde es dann spannend bezüglich Errorfare: Als am Check-In-Automaten kein einziger unserer diversen Buchungscodes im System aufzufinden war, hatten wir schon fragende Blicke im Gesicht – auch, als wir am Check-in-Schalter mithörten, wie die Dame telefonierte und etwas a la “I have 2 Passengers here that are not on the list” sagte. Letztendlich hatten wir jedoch unsere Error-Tickets in der Hand und heizten mit Jet Airways für 207€ nach Mumbai. Der Flug war ganz nett – innen sind die Flieger aber leider im altbackenenen Bollywood-Sytling gehalten, und der knigge-affiner Sitznachbar hat sich mit beeindruckenden indischen Manieren (“Stewardess…I need beer!”…”Stewardess, give me Vodka!“) einen Drink nach dem anderen reingestellt. Aber auch dieser Flug ging vorbei und wir landeten abends in Mumbai!

 

Unser erster Halt war das Grand Peninsula Hotel am Airport, dort blieb am Abend dank der Müdigkeit aber außer einem extrem günstigen aber guten Roomservice-Dinner (Hauptgericht für 200 Rupien – entspricht 3€) nur noch der wohlverdiente Schlaf. Der nächste Tag ging dann mit dem indischen Frühstücksbüffet (lecker, schon morgens mit dezenter Schärfe) und dann direkt zu unserem nächsten Stop, dem Novotel am bekannten Strand von Juhu Beach, wo die Bollywood-Stars ihre Villen besitzen. Nach einem kurzen Abstecher an den eher trostlosen Strand fuhren wir via Tuktuk stilecht das erste mal Richtung Mumbai-Downtown. Erster Eindruck von der Stadt: Riesig groß! Einfach eine extrem interessante Mischung aus verschiedenen Einflüssen, Gerüchen und Gewohnheiten. Dazu leider auch sehr viel extreme Armut an vielen Straßenecken. Zuerst zogen wir Richtung Marine Drive, der anscheinend für alle indischen Paare DER Platz für ein erstes Date ist…jedenfalls saßen da Pärchen en masse, in allen möglichen Phasen ihrer Beziehung.

 

Unsere Tour führte uns weiter nach Downtown in den Banken- und Botschaftenbezirk, wo gerade die Inder ihre Mittagspause auf einem der Straßenmärkte verbrachten. Der absolute Renner dort: Street Food in vielen verschiedenen Arten und frisch gepresster Zuckerrohrsaft. Ebenso spannend: Anscheinend gibt es Uniformen für indische Geschäftsleute, bestehend aus pastellfarbenem Hemd (mehrere Farben möglich) und (wichtig!) Kugelschreiber in der Brusttasche. Scheint ein Statussymbol zu sein, zwei Kugelschreiber bedeuten dann wohl CEO. Dort downtown ist vieles sehr westlich orientiert, z.B. haben wir mit einem jungen Bankangestellten in sehr gutem Englisch über die Schwachstellen des FC Bayern München unterhalten können. Weiter ging unser extrem-Sightseeing-Tag mit den vielen Cricketfeldern der Universität von Mumbai, dem überfüllten Crawford Market und der öffentlichen Freiluft-Wäscherei Dhobi Ghat mit seinen Marktvierteln drumherum. Als es dann langsam dunkel wurde, starteten wir auf Empfehlung eines Ex-Kommilitonen ins “Cafe Leopold” – eher Bar statt Cafe und der Partyspot für den frühen Abend dort – inklusive Bierturm zum Selbstzapfen auf den Tischen. Trauriger Fakt: Das Cafe Leopold war eines der Anschlagsziele des Terroranschlags in Mumbai aus dem Jahre 2008 – Acht Menschen wurden darin erschossen; die Einschusslöcher in den Wänden und Fenstern sind aber geblieben und schaffen eine seltsame Stimmung in dem Cafe.

 

Nachts ging’s dann gewohnt mit Taxi und Tuktuk über Bandra komplett quer durch Mumbai zurück zum Hotel, wo anscheinend gerade die Stars der Mixed-Martial-Arts-Szene während ihrer Indien-Tour residieren durften. Nicht, dass ich diese Szene verfolge – aber auf einmal stand so ein farbiger Zwei-Meter-Ochse vor mir und ich wusste genau, dass ich den Typen doch mal bei Eurosport gesehen hatte. Am Ende war das der chronisch erfolglose Bob Sapp mit einer handvoll englischer Assi-Bodybuilder-Fans, die schön mit ihm mitgereist sind und sich irgendwie den ganzen Tag am Buffet den Bauch vollspachtelten.

So, das war der erste Teil des Indien-Trips – Teil 2 folgt!

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