Was beim heutigen Reisen nervt

Ich sitze gerade am Changi-Airport und beende einen Kurztrip mit neun Flügen in fünf Tagen. Solche Trips mache ich öfter und konnte dadurch schon knapp 75 Länder der Erde bereisen. Auf Reisen ist jedoch (trotz guten Wetters) nicht immer alles „Eitel Sonnenschein“; vielmehr fallen einem als Frequent Traveller immer wieder Dinge beim Reisen auf, die einfach nur extrem nerven. Ich möchte hier natürlich nicht wie der altbackene Oberlehrer rüberkommen (a la „früher war alles besser!“). Vielleicht erkennt ihr aber eure eigenen Reiseerfahrungen in meiner Auflistung wieder, oder habt selbst Punkte, die ihr hinzufügen würdet!

1. Taxifahrer, die einen bescheißen wollen

In vielen Ländern ohne guten öffentlichen Nahverkehr ist man auf sie angewiesen, um von A nach B oder von Airport in die City zu kommen. Umso nerviger dann, wenn alle Taxifahrer unter einer Decke stecken und mit ähnlichen Maschen versuchen, astronomische Preise vom Touristen herauszuschlagen (was leider viel zu häufig gelingt). Besonders in Mumbai ist mir dies persönlich auf die Hühnerprodukte gegangen, da der Gesamteindruck eines Landes stark darunter leidet. Ausreden wie „Kein Taxameter am Sonntag“, „Kein Taxameter am Werktag“ oder „Kein Taxameter stadtauswärts“ nur um einen hohen Fixpreis zu bekommen sind einfach nur dreist und jeder Tourist sollte sich vehement gegen Abzocken dieser Art wehren. Dass es auch anders geht, zeigen viele Länder – und in diese kehrt man dann auch viel lieber ein zweites mal zurück.

2. Hotels mit astronomischen WiFi-Kosten

Kurzes Update für viele Hotels: Wir befinden uns nicht mehr im Jahr 1994, wo man sich mit einem 14,4k-Modem für 2 DM pro Minute einwählen musste. Heutzutage ist der Zugang zum Internet kostengünstig einzurichten und ein elementares Grundbedürfnis vieler (Geschäfts-)Reisenden. Umso unverständlicher, dass teilweise hochentwickelte Nationen (Deutschland, hust…) zweistellige Euro-Beträge für einen Tag Internet verlangen. Andere Länder machen es vor: Dort ist WiFi in Hotels zu 90% frei verfügbar.

3. Drängeln bei allem, wo man anstehen muss

Hier eine Disziplin, in der leider unsere chinesischen Freunde die Nase vorne haben. Gerade wieder bei der Immigration in Bali erlebt: Man stellt sich höflich in die Reihe und findet sich damit ab, dass es jede Minute nur einen halben Meter in der Schlange nach vorne geht. Leider sieht das ein junger chinesischer Herr etwas anders und versucht mit allen Mitteln, sich an einem vorbeizuschlängeln (wobei hier die kontinentaleuropäischen Territorialinstinkte in mir hochkamen und ich den Herren mit ein paar „netten“ Worten zurückweisen konnte). Auch das ständige extrem enge Aufrücken nervt und macht überhaupt keinen Sinn. Kommt auch sehr häufig bei europäischen Touristen vor, die vor der Herkulesaufgabe stehen, ein Flugzeug zu boarden.

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“Anstehen” scheint das Hobby vieler Reisenden zu sein – aber es nervt!

4. Fliegen mit Kindern

Heikles Thema, ja. Ich denke jedoch, dass mindestens die Hälfte der Flugreisenden mit kleinen Kindern nicht zwingend fliegen müssten. Egal ob in Business oder Economy, ob im Flieger oder in der Lounge am Boden – kleine Kinder stören andere Fluggäste, sodass Fluglinien inzwischen „kinderfreie Zonen“ gegen Aufpreis anbieten. Warum muss man mit seinem Baby nach Bali in den Urlaub? Wenn man nicht gerade beruflich unterwegs ist oder die Großeltern im Heimatland besucht, kann man mit kleinen Kindern auch gerne mal einen Camping-Trip nach Italien machen. Ihre Sitznachbarn im Flieger werden ihnen danken, wenn sie ihr acht Stunden am Stück schreiendes Balg nicht in ein Flugzeugabteil hineinzwängen.

5. Flugbekleidung wie ein Obdachloser

Es kann ja sein, dass man nach 3 Monaten Dschungeltrip nicht mehr „normale“ Kleidung gewohnt ist. Auch kann ich gerne verstehen, dass man sich im Flieger lieber bequem kleidet. Was ich aber erschreckend finde ist die Anzahl der Flugpassagiere, die sich in komplett verranzten, ärmellosen Shirts in einen Economy-Sitz fläzen müssen. Irgendwie hatte ich früher den Eindruck, dass das Fliegen an sich ein erhabenes Erlebnis war. Dieses Erlebnis beinhaltete auch, sich entsprechend des Anlasses zumindest halbwegs adrett anzuziehen. All dies scheint nun wohl vorbei zu sein, wenn man die Obdachlosen-Kluft vieler Flugreisender (die immerhin jenseits der 400€ für einen Flug zahlen) mit ansehen muss.

was beim reisen nervt blick aus flugzeug

Der Blick aus dem Flugzeug ist oft schöner, als der Blick hinein – schlechte Kleidung allerorten!

Das war’s fürs erste – Teil 2 folgt in Zukunft! Was nervt euch beim Reisen außerdem noch?

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